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    Walter Schröder (†): Schule und Chronik waren sein Lebenswerk

    Walter Schröder (Wieren) ist am 15. Januar 2012 kurz vor seinem 90. Geburtstag verstorben. 1922 als Sohn des Schuhmachermeisters und Gemeinderechungsführers in Wieren geboren ging er dort zur Volksschule, dann  vier Jahres zur Mittelschule in Uelzen und machte 1940 am heutigen Herzog-Ernst-Gymnasium das Abitur. Nach zwei Jahren Studium an der Universität in Berlin musste Schröder Soldat werden. In seinem Beitrag „Unter fremder Flagge durch Deutschland – Die abenteuerlichen Rückkehr des Leutnants  Walter Schröder“ schildert er in der AZ (April 1985) seinen 1945 in den Wirren der Nachkriegszeit zurückgelegten Weg von Österreich zurück nach Wieren. Von 1946 bis 1948 folgte nun das Studium an der Pädagogischen Hochschule in Lüneburg. Die ersten Lehrerstellen sind in Oetzen und Dreilingen im Kreis Uelzen. Schon 1951 lässt er sich in seinem Heimatort Wieren versetzen. 1959 wurde er Hauptlehrer an der damals dreizügigen Volksschule. Nach Fertigstellung des von ihm maßgeblich mit betriebenen Neubaus der Mittelpunktschule wurde er dort 1962 der erste Rektor, der „Dörfergemeinschaftsschule“, wie er die Schule gern nannte, und blieb bis zur Pensionierung 1985 Leiter der inzwischen zur Grundschule umfunktionierten Bildungseinrichtung. Nach seinem aus 1987 stammenden Beitrag in der AZ-Beilage „Heidewanderer“ („Von der Küsterschule zur Mittelpunktschule“) befasste sich auch sein letzter Heidewandererbeitrag im Mai 2010 mit dem sein Leben begleitenden Thema, „Die Mittelpunktschulen“. Heimatforschung und Chronik, das waren für Walter Schröder wichtige Anliegen, ob nun in der „Historischen Arbeitsgemeinschaft“ des Museums- und Heimatvereins Uelzen, oder nach der Schulchronik dann von 1970 bis 1999 als Chronist der Gemeinde Wieren. Aus seiner Feder stammt die 1995 als Buch erschienene Chronik der Gemeinde Wieren „Elf Dörfer im Wandel der Zeit“ oder 1999 das Heft „Wierens alte Feldsteinkirche und ihre Gemeinde“. Walter Schröder verstand es Geschichte in verständlicher Form niederzuschreiben und den Lesern dabei ein leichtes Schmunzeln zu entlocken. Die im Heidewanderer veröffentlichten Aufsätze „Schützenfest in Wieren?“ (1985) oder „Ein entnazifizierter Pfingstkarren in Wieren?“ (1987) sind dafür die besten Beispiele. „Das Wierener Wappen und Ostedt“ (1995), die „Mühle und das Elektrizitätswerk“ (1992) oder „Wieren und der Kirchbau von 1909 bis 1911“ (1987) sowie „Heidewirtschaft, Aufforstung und der große Waldbrand in den Wierener Bergen“ (1993) sind beredete Zeugnisse seiner Heimatforschung. Dazu gehören auch Festschriften und -vorträge, wie bei Ausstellungen in der Volksbank, zum 100jährigen Jubiläum des Landwirtschaftlichen Vereins Wieren mit „Dorfgeschichte im Wandel“ (1988) oder bei der 700-Jahrfeier in Könau mit dem spannenden Titel „Rundling Könau, zehntfrei und vorbestraft“ (1989).

    Walter Schröder

    Im Wierener Vereinsleben galt sein ganz besonderes Interesse dem Gesangverein, dessen Vorsitzender Walter Schröder von 1969 bis 1983 war.

    Viele Menschen über Wierens Ortgrenzen hinweg trauern um einen engagierten und vielseitig interessierten Mann, der nach der diamantenen Hochzeit (2008) und dem Tod seiner Ehefrau Elisabeth (2010) im Altenheim in Bad Bodenteich lebte. Und auch das ist für den Verstorbenen typisch: Er verfügte, dass bei seinem Tode statt Blumen und Kränze um Spenden für die „Alte Feldsteinkirche in Wieren“ gebeten werden solle.

    Es bleibt nun nur noch den beiden Kindern und deren Familien das Mitgefühl zum Tode dieses über die Familie hinaus beliebten Menschen zu bekunden.

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